Giessener Zeitung : Eritrea Info-Abend in Giessen , berichtet von Michael Beltzvon

Eritrea Info-Abend – informieren statt diffamieren

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berichtet von Michael Beltz

Gießen | Rund 100 Leute sind zur Info-Veranstaltung des Eritreischen Frauenvereins in die Kongresshalle gekommen, um sich ein genaueres Bild über das Land zu machen, das hier weitgehend unbekannt ist und gegen das seit einigen Wochen in Gießen in außergewöhnlicher Schärfe gehetzt wird – besonders vom Stadtverordneten Grothe (Grüne).

Nach der Begrüßung durch die Vorsitzende Lemlem Kaleab (Foto) gab Sifaf Adem von der eritreischen Gemeinde aus Frankfurt einen Überblick über dieses Land, das dreißig Jahre lang für seine Unabhängigkeit kämpfen musste und auch seit seiner Befreiung vor zwanzig Jahren nicht in Frieden leben kann.

Noch immer hält Äthiopien – trotz eines Urteils des internationalen Gerichtshofes in Den Haag – mit Unterstützung der USA widerrechtlich einen Teil Eritreas besetzt, das ständig mit einem Überfall rechnen muss. Als „nicht Friede und nicht Krieg“, bezeichnete Sifaf Adem diesen fragilen Zustand, der das Land zwingt, seine Grenzen militärisch zu schützen, wo es ständig zu Scharmützeln kommt.

Er berichtete aber auch über die Erfolge, die in diesen zwei Jahrzehnten erreicht werden konnten: im Aufbau eines Gesundheitswesens, das z.B. die Kinder- und Müttersterblichkeit eindämmte und in der Alphabetisierung des Landes, in dem es keine Hungersnot gibt – im Gegensatz zu allen Nachbarländern.

Was also ist das Verwerfliche, das Abscheuliche an Eritrea, das Anlass für eine derartige Hetzkampagne bietet? Sollte es etwa an den Bodenschätzen liegen, über die das Land in nicht unbeträchtlichen Mengen verfügt? Und die es nicht – wie in Afrika üblich – ausländischen Konzernen zur Ausbeute zur Verfügung stellt? Eritrea hat mit einem kanadischen Konsortium eine Abmachung zum Abbau der Bodenschätze, aber „auf Augenhöhe“, wie Sifaf Adem sagte, und nicht mit einem geringen Anteil zur Abspeisung wie es in anderen Entwicklungs-Ländern üblich ist.

In der Diskussion ging es – wie zu erwarten war – um den Militärdienst, den alle ableisten müssen. Um ihm zu entgehen flüchten junge Menschen aus Eritrea, das kann man verstehen. Doch hat die Regierung eine andere Wahl, als alles zu tun, um die Grenzen zu schützen? Hier werden einige Flüchtlinge benutzt, um Stimmung gegen ihr Land zu machen. Als solch ein besonders aggressiver Vertreter nach einer bisher friedlichen Diskussion gegen die „Militärdiktatur“ wütete, wurde ihm das Mikro genommen, vielleicht keine kluge aber verständliche Reaktion. Die sog. „Zwangsabgabe“, die aus Propaganda-Zwecken erfunden worden war, wurde nicht mehr erwähnt.

Insgesamt war es eine informative, gute, eine notwendige Veranstaltung.
http://www.giessener-zeitung.de/giessen/beitrag/73488/info-abend-ueber-eritrea/

Integrationsbeauftragte Frau Sholeh Sharifi: Festival ist einer Bereicherung

GIESSENER ANZEIGER VON 22:11:2012
http://www.giessener-anzeiger.de/lokales/stadt-giessen/nachrichten/12613878.htm

Kritische Stimmen Oppositioneller und aus der Politik an Äußerungen von Sholeh Sharifi
22.11.2012 – GIESSEN

(tt). Die Informationsveranstaltung des Eritreischen Frauenvereins vor einer Woche in der Kongresshalle hat ein Nachspiel. So kommen kritische Stimmen aus den Reihen in Deutschland lebender Oppositioneller und auch aus der Gießener Politik. Im Mittelpunkt: die Integrationsbeauftragte der Stadt, Sholeh Sharifi.
Deren Ausführungen seien einseitig pro eritreische Regierung gewesen, lautet der Hauptkritikpunkt. So habe Sharifi in ihrer Funktion als Integrationsbeauftragte Gegnern des Regimes vor laufender Kamera des Jugendnetzes Wetzlar – der Beitrag ist auf dem Internet-Videoportal YouTube zu sehen – vorgeworfen, sie störten den Integrationsfrieden. Zudem habe Sharifi, die sich bei ihren Ausführungen auf einen dreiwöchigen Eritrea-Aufenthalt stützt, dem im Nordosten Afrikas gelegenen Staat „Fortschritte unter anderem bei der gesellschaftlichen Stellung der Frau bescheinigt“. Auch den Ausbau des Straßennetzes habe sie gelobt, so die Kritiker. Verschwiegen habe sie dabei allerdings, dass dieser Ausbau vornehmlich von Zwangsarbeitern vorgenommen worden sei. „Das ist ganz genau so, als wenn jemand 1936 durch Deutschland fährt, und von grünen Wäldern sowie breiten Straßen berichtet“, empörte sich ein Kritiker. Über die ständigen Menschenrechtsverletzungen habe Sharifi dagegen kein Wort verloren. „Diese Frau hat ein Großteil der Eritreer verleugnet und ist damit als Integrationsbeauftragte untragbar geworden“, so der Kritiker weiter. Auch ihre Aussagen im Abspann des Beitrags, das Eritrea-Festival in Gießen sei berechtigt und stelle eine Bereicherung für die Stadt dar, stieß auf Kritik. Oppositionelle sehen in dem Festival in den Hessenhallen eine Propaganda-Veranstaltung der eritreischen Regierung, die aus ihrer Sicht regelmäßig gegen Menschenrechte verstößt. Bei der Auflage in diesem Jahr war es zu Auseinandersetzungen zwischen Oppositionellen und regierungstreuen Eritreern gekommen, die erst von einem größeren Polizeiaufgebot beendet werden konnten.
Sharifi selbst sagte zu der Kritik: „Ich bin Integrationsbeauftragte und keine Politikerin. In meiner Funktion möchte ich mich weder für, noch gegen eine Regierung stellen. Ich möchte die Menschen in unserer Stadt zusammenführen. Für diese Aufgabe bin ich auch auf der Veranstaltung eingetreten.“ Exilpolitik zu betreiben, liege ihr fern und sei im Übrigen mit ihrer Rolle als Integrationsbeauftragte nicht vereinbar.
An die Konfliktparteien appellierte sie, ihre Differenzen nicht auf Kosten der Integrationspolitik in der Stadt auszutragen. Als Integrationsbeauftragte setze sie sich dafür ein, dass alle die Menschen, die aus den unterschiedlichsten Gründen nach Deutschland zugewandert seien, in dieser Stadt friedlich miteinander leben, so Sharifi.
Mittlerweile sollen sich dem Vernehmen nach auch die Koalitionäre von SPD und Grüne mit dem Thema befassen. Foto: Archiv

Google English Translation from German:

reported by Michael Beltz

Casting | About 100 people are to information event of the Eritrean Women’s Association came into the convention hall, in order to get a clearer picture of the country that is largely unknown and is rushed to the past few weeks in Giessen in exceptional clarity – especially from aldermen Grothe (Green).

After being welcomed by the chairman Lemlem Kaleab (photo) gave Sifaf Adem of the Eritrean community in Frankfurt an overview of this country, which had for thirty years fighting for its independence and even since his release twenty years ago can not live in peace.

Still holds Ethiopia – despite a ruling by the International Court in The Hague – with U.S. support, illegally occupying part of Eritrea, which must constantly anticipate an attack. As “not peace, not war,” called Sifaf Adem this fragile state, forcing the country to protect its borders militarily, where does it constantly skirmishes.

He also reported on the successes that have been achieved in these two decades: the development of a health system, eg the child and maternal mortality and curbed in the literacy of the country where there is no famine -. unlike all neighboring countries

So what the reprehensible, odious to Eritrea, the reason for such a hate campaign is offering? It should be about in the natural resources, which the country has in not inconsiderable quantities? And it is not – as is common in Africa – foreign corporations to yield makes available? Eritrea has an agreement with a Canadian consortium for degradation of natural resources, but “eye to eye” as Sifaf Adem said, and not a small amount for Abspeisung as is common in other developing countries.

In the discussion it was – as expected – to the military service, must complete the all. To escape him flee young people from Eritrea, which is understandable. But the government has any choice but to do everything possible to protect the borders? Some refugees are used to stir up public opinion against their country. As such a highly aggressive representatives after a previously peaceful discussion against the “military dictatorship” was raging, it was taken the microphone, perhaps not a wise but understandable reaction. The so-called “compulsory levy”, which had been invented for propaganda purposes was no longer mentioned.

Overall, it was an informative, good, a necessary event.
http://www.giessener-zeitung.de/giessen/beitrag/73488/info-abend-ueber-eritrea/

Integration Commissioner Ms. Sholeh Sharifi: Festival is an enrichment

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